#DickbauchDienstag No. 01

Seit einigen Wochen denke ich jeden Dienstag „Heute machste mit, komm.“ aber dann vertrudelt der Dienstag und ich sage mir „Ach, noch sieht man ja eh nix.“

Gestern habe ich aber Frühlingserwachen und einen aktiven Zweitversuch im regelmäßigen Bloggen versprochen sowie von den Ideen des Lebens berichten zu wollen. Es sieht nämlich so aus: Das Leben hat sich überlegt (Der Mann und ich haben das Tempo mal wieder unterschätzt), dass es eindeutig Zeit ist, dem Töchterchen ein Geschwisterchen zu schenken.

So hielt ich vor nunmehr fast 6 Wochen den positiven Test in der Hand und freute mich wie eine Schneekönigin. Der Mann war wie immer auch sehr überschwänglich: „Oh. Okay. Gut.“ – Es wird bestimmt in der kommenden Zeit noch viele Anlässe geben um den Mann als Quell üüüüberschäumender Emotionen kennen zu lernen. Nicht.

Das folgende Wochenende stellte ich mir den Frühling und Sommer in bunten Farben vor. Familie, Arbeit, alles wie immer nur halt mit einem wunderbaren Kugelbauch. Weil die Firma, in der ich angestellt bin, noch klein und jung ist und ich bis dato eine recht wichtige Rolle im hiesigen Alltag spielte, beschloss ich, den Chef direkt einzuweihen. Montag vom Arzt bestätigt, Dienstag dem Chef die intakte Schwangerschaft mitgeteilt. Und er? Er kündigt mir fristlos. Wirklich. Kein Witz. Völlig überrumpelt bin ich erstmal wieder heim. Die folgenden Tage wurden ergänzt durch ein paar Komplikationen und ein sofortiges Beschäftigungsverbot. Dennoch schüttelte ich den Schreckmoment ab und schmiss mich in die Mühlen der Bürokratie, die zu meinem Glück für Schwangere mahlen. Die Kündigungsschutzklage läuft, das LaGetSi ist auf meiner Seite und der Anwalt steht schon in der Spur, bereit, dem Chef das überhebliche Grinsen aus dem Gesicht zu prozessieren. Das klingt jetzt unfein aber was in den letzten Wochen seitens eben jenen Chefs gelaufen ist, war noch ein Unfein der ganz anderen Sorte. Aber nun ja. Ich lass mich davon möglichst wenig ärgern. Soweit zum Chaos-Teil der aktuellen Situation.

Doch zurück zu den sonnigen Seiten und guten Ideen des Lebens:

Familie und vor allem das Töchterchen freuen sich wahnsinnig über den Nachwuchs, das Baby selbst ist mopsfidel und wird den September um einen Familiengeburtstag bereichern (es gesellt sich zu Tante, Oma und Uroma).

Ich selbst stelle mal wieder fest, dass ich keine so talentierte Schwangere bin. Der Kreislauf befindet sich praktisch immer auf Talfahrt und macht Spaziergänge oder den Abwasch meist unmöglich. Ein anfängliches Hämatom, starke Übelkeit, Schwindel und der Rücken einer 200-Jährigen haben mich die letzten Wochen auf der Couch gehalten und Netflix und mich noch bessere Freunde werden lassen. Aber es wird.

Ich genieße die Zeit, horche tiefer in mich als vor 4 Jahren mit der Tochter und freue mich wahnsinnig auf die Monate, die vor uns liegen.

Das also ist heute mein erster #DickbauchDienstag – in der 14.SSW.

IMG_20170321_205943

Ich überlasse es dem geneigten Betrachter, in diesem Bauch auch noch ein bisschen „einfach nur Bauch“ zu erkennen, schwöre aber hoch und heilig dass das wirklich auch schon Baby ist. Die Schwangerschaft mit dem Töchterchen lehrte mich bereits, dass ich spätestens ab Monat 5 nach Zwillingen und Entbindungstermin gefragt werde. Große Eltern, riesen Kinder.

Advertisements

Endlich Frühling

Manchmal hat das Leben bessere Ideen als man selbst. Und manchmal sind diese Ideen zwar ganz hervorragend, führen aber dazu, dass sich die Welt um einen herum kurzzeitig in Chaos verwandelt. So sitzt man selbst dann da und versucht mit viel Ruhe und Geduld, das Chaos zu entwirren um die Ideen des Lebens gebührend feiern und genießen zu können. Das kann Zeit und Kraft kosten aber am Ende wird schon etwas gutes dabei herauskommen.

Als 2017 noch ganz frisch und neu war, war es auch dieser Blog und voller Euphorie tippte ich meine ersten Beiträge. Ich malte mir schon aus, wie er langsam und gemütlich wachsen würde, wie ich dank des Blogs vielleicht eine neue „Bubble“ finde, die mir seit einigen Jahren so fehlt, Menschen zum Vernetzen und zum Gedanken teilen. Dann kehrte hier schnell wieder Stille ein. Ich dachte immer „Ach, noch interessiert das ja eh niemanden, diese Stille. Merkt keiner.“ Doch, ich habe es gemerkt und es tat mir leid um meine Euphorie und meine Neugier auf diese neue Welt. Die Stille war dem Chaos und den Ideen des Lebens geschuldet. Also eigentlich genau der Stoff, aus dem Blogs so oft gestrickt sind. Dennoch brauchte ich erstmal Zeit, um in der Idee anzukommen und das Chaos wieder etwas in seine Schranken zu weisen. Jetzt nehme ich langsam aber sicher wieder Fahrt auf und bin gespannt, wohin mich der Frühling tragen wird. Endlich ist er da, der Frühling mit neuer Energie, neuem Leben, neuer Lust und vielen neuen Plänen. Ich glaube, dass meine Pläne und die des Lebens nun wieder im Einklang sind und ich freue mich, diese Lebenslust und Frühlingsenergie auch hier Wirklichkeit werden zu lassen.

Bald mehr.

(Bildquelle: Andreas Hermsdorf / pixelio.de)

Der Tag, an dem das Töchterchen ihre Ruhe wollte. Oder: Warum ich über eine Bauchvergrößerung nach denke.

Am Wochenende sind Freunde von uns Eltern geworden. Das Töchterchen war ganz aufgeregt. Sie hatte die Schwangerschaft recht aktiv miterlebt, war bei jedem Besuch entzückt vom kugelrunden Bauch und hat mit dem kleinen Bauchbewohner geredet, sie gestreichelt und den Bauch der werdenden Mama bekuschelt. Mir ging natürlich jedes mal das Herz über vor lauter Rührung. Wenn ich jetzt an die kleine denke, denke ich häufig an die Zeit zurück, in der das Töchterchen so klein war. Zugegeben, SO klein war sie nie, schließlich kam sie schon mit >4000gr zur Welt und hat so ungefähr eine Woche lang in Größe 56 gepasst. Aber ihr wisst was ich meine.

Weiterlesen

#wmDedgT – Tagebuchbloggen 1/2017

Es gibt da diese Tradition, der ich schon lange als Leser vieler schöner Blogs anderer Frauen und Mütter bzw. Väter folge: #wmDedgT, sprich „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“. Die Bloggerin Frau Brüllen hat diese Aktion ins Leben gerufen und fragt an jedem 5. eines Monats, wie man so den Tag rumbringt. Jeder, der mitmachen möchte, beschreibt ganz einfach seinen Tagesablauf und verlinkt das Ganze dann hier, wo auch alle anderen Beiträge zu #wmDedgT zu finden sind. Auf also in meinen 5. Januar 2017: Weiterlesen

Vom Haarewaschen und dem Recht auf Ängste

Manchmal gibt es Dinge im Leben, die einfach erledigt werden müssen. Rechnungen bezahlen, den Abwasch machen, ab und an mal was einkaufen. Sogar für Kinder gibt es diese lästigen Pflichten schon. Hier heißen sie dann Zähneputzen, Schnodder-von-der-Nase-wischen obwohl man gerade auf dem Trampolin springt oder eben Haarewaschen.

Beim Tochterkind ist vor allem letzteres, nun, sagen wir mal nicht „so gern“ gesehen. Da zu viel Seife und Chemie der jungen Haut bekanntlich eh nicht gut tun, sind der beste Ehemann von allen und ich also recht schmerzfrei und erlassen dem Tochterkind die grausame Prozedur beim ein oder anderen Badegang.

Gestern war es aber mal wieder so weit. Das Tochterkind drückte sich geschickt mit der Ausrede darum, dass das ja sonst auch nur Mama mache, diese aber noch auf Arbeit ist und sie das dann lieber am nächsten Morgen VOR der Kita mit Mama machen möchte. Mann reibt sich die Hände ob der ausgebliebenen Tobsuchtsanfälle und sagte zu.

Da saßen wir also heute morgen kurz nach 6 auf dem Klodeckel, das Tochterkind und ich, beide noch müde. Ich hatte 2 Optionen zur Auswahl: so lange warten und reden, bis ich das Einverständnis zum Haarewaschen bekomme (hilft meistens) oder das Tochterkind unter morgendlichem Gebrüll in die Dusche stellen und los waschen. „Leider“ halte ich von solchen Aktionen, die für mich nahe am Willenbrechen sind, nicht all zu viel. Nein heißt schließlich auch bei Kindern nein und ich respektiere die Grenzen, die mir meine Tochter in bestimmten Situationen aufzeigt, so lang dies nicht schlechte Konsequenzen für sie nach sich zieht (Bsp: Zähne müssen auch bei Lustlosigkeit geputzt werden). Ich entschied mich also für „Reden und Einverständnis einholen“.

Zuerst erklärte mir das Tochterkind, warum es nicht gern Haare wäscht: klar, Wasser in den Augen finde ich auch nur semi optimal. Aber dann ging sie einen Schritt weiter und sagte, dass sie Angst vorm Haare waschen hat. Mein erster Impuls ging so: „Aber davor brauchst Du doch keine Angst haben, das ist doch nichts schlimmes und tut nicht weh.“ Ich besann mich aber und schluckte diesen Satz runter. Warum? Weil ich es nicht okay finde, die Ängste und Gefühle unserer Kinder weniger ernst zu nehmen, nur weil sie noch klein sind und wir diese Ängste vielleicht schon vor Jahrzehnten überwunden haben.

Emotionen sind immer echt und auch „kleine“ Ängste fühlen sich nicht gut an. Jeder Mensch und jedes Kind hat sein recht auf Ängste, Traurigkeit und alle anderen Gefühle, die der menschliche Geist so hergibt. Genauso unfair und falsch finde ich es, einem 14-jährigen Teenie beim ersten Liebeskummer vorzuhalten, dass man ja eh noch nicht weiß, was Liebe ist. Die Emotion dahinter ist echt, auch wenn der Auslöser für uns unverhältnismäßig scheint. Es ist leicht, die Angst vorm Haarewaschen oder vor dem Schatten an der Wand beim Einschlafen einfach klein zu reden oder gar zu überhören. Ja, vielleicht entsteht der Satz beim Kind wirklich in der Hoffnung, sich so um etwas Unangenehmes drücken zu können; aber auch dann fühlt das kleine Herz gerade dieses Gefühl stärker und so kommt diese „Ausrede“ zum Vorschein.

Ich wünsche meiner Tochter, dass sie lernt, mit all ihren Gefühlen und Emotionen und auch mit den Ängsten, die sie noch im Leben haben wird, umzugehen, sie zu zu lassen und sich ihnen zu stellen. Meiner Meinung nach funktioniert das nicht, wenn man versucht sie zu unterdrücken. Ich glaube, dass es besser ist, sie „zu erfühlen“ und zu verstehen und dann herauszufinden, ob die Realität wirklich so ist wie gefühlt oder ob der große gruselige Schatten vielleicht doch nur ein Kuscheltier ist, welches falsch herum aus der Kiste ragt und darum angsteinflößender scheint. Man muss seinen Gefühlen auf den Grund gehen dürfen, auch mit 3.5 Jahren. Noch braucht das Tochterkind dazu meine Hilfe und meine Erklärungsversuche. Als Mama bin ich für sie auch eine Wissens- und Erfahrungsquelle und wenn ich ihr versichere, dass man mit einem Handtuch die leicht brennenden Wassertropfen ganz fix aus den Augen wischen kann, dann möchte ich, dass sie darauf vertrauen kann, dass ich ihr nichts vom Pferd erzähle um sie zu überreden, sondern dass es stimmt, was Mama da sagt und man es ja mal probieren kann.

Wenn ich mir in den kleinen Momenten die Zeit dafür nehme, mein Tochterkind ernst zu nehmen und trotz morgendlichem Stress innehalte und mit ihr überlege, woher die Angst oder ein Wutanfall kommt – auch wenn das natürlich nicht immer funktioniert und manchmal einfach dicht gemacht wird – dann habe ich vielleicht das große Glück, dass ich meinem Kind helfen kann, etwas zu überwinden, was sich nicht gut anfühlt. Dann glaubt sie mir vielleicht und vertraut darauf, wenn sie mit dem ersten Liebeskummer oder den ersten „großen Sorgen“ im Leben vor mir steht, ich sie in den Arm nehme und sage, dass sie es durch dieses Gefühl „durch“ schafft und es wieder besser wird, dass sie über sich hinaus wachsen kann und sich überwinden kann, dass sie mutig und stark ist.

Die Haare haben wir dann übrigens nicht gewaschen. Sie hat mir einen Kuss gegeben und gesagt, dass sie sich dann heute Abend traut. Hat sie. Sogar mit Papa statt Mama. Morgen darf sie dann also ohne Hut in die Kita 😉

1483484174331_edited

Alles auf Anfang.

„Ich weiß der Anfang Anzufangen ist hart,
denn manchmal kommt man nicht an Start.
Beziehungsweise einfach nicht in fahrt,
aber wenn nicht jetzt wann denn dann?“

(SDP – Der Anfang anzufangen)

Da bin ich. Schwarz auf weiß. Ich will schon seit Jahren „da“ sein, bloggen, mein eigenes kleines digitales Reich hüten, Erinnerungen sammeln und teilen, aber wie es oft im Leben ist, zögert man Dinge hinaus. Was hatte ich nicht alles für Ausreden: neben Job und Kind finde ich nicht die Zeit regelmäßig und interessant zu bloggen. Was soll ich denn schon zu schreiben haben, was nicht schon längst in mindestens zwei anderen „Mom Blogs“ geschrieben wurde? Und, und, und. Und dann saß ich auf dem Weg zur Weihnachtsfeier „der Firma“ im Bus und erzählte einem Kollegen davon. Er guckte mich an, goss Champagner nach und sagte „Mach doch einfach. Fang an und guck, ob’s dir Spaß macht. Find ‚raus, ob du Lust darauf hast oder nur neugierig warst….“, da hörte ich ihm schon nicht mehr ganz so genau zu. Mach doch einfach. Na wenn er das sagt, dann mach ich mal.

Welcher Tag eignet sich besser als der erste Tag eines neuen Jahres? Viele Menschen fassen gute Vorsätze, wollen mehr Sport machen, die Steuererklärung dieses Jahr pünktlich abgeben oder endlich mal New York sehen. 1) ja, versuch ich 2) macht zum Glück der beste Ehemann von allen 3) erstmal muss ich wohl Lotto spielen. Ich werde mir dieses Jahr diesen einen Wunsch erfüllen und nehme mir vor, mich so richtig rein zu hängen. Ich werde bloggen. Wenn’s gut läuft, regelmäßig; und vielleicht liest es auch mal jemand. Aber das ist nicht so wichtig. Ich möchte endlich wieder schreiben, Spaß daran haben und etwas für mich machen, nicht nur für mich sondern auch für das Töchterchen. Ich möchte einen Platz für Erinnerungen schaffen. Das Töchterchen ist Motiv auf stapelweise Fotos (digitale Stapel allerdings) und ich finde, es wird Zeit, meine Liebe zu Worten zu nutzen und ihr ein buntes Bild unserer wundervollen gemeinsamen Zeit zu malen.

Dann fangen wir mal an.